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T-Online (BTX)

Online-Dienst der deutschen Telekom • Als "Bildschirmtext (BTX)" von der damaligen Deutschen Bundespost entwickelt mauserte sich das Online-Angebot des Staatsbetriebes schnell (mangels Alternativen) zu Deutschlands größtem Online-Dienst (rechts das erste BTX-Logo aus dem Jahr 1977). Seine Merkmale waren:

teure Minutenpreise,
langsamer Seitenaufbau,
einfach gestrickter Text und
nur rudimentäre Blockgrafiken

1995 fasste die (inzwischen privatisierte) Deutsche Telekom BTX, einen neuen E-Mail-Dienst und den Internetzugang unter der Marke "T-Online" zusammen. Dabei wurde auch der Name geändert und aus "BTX" wurde "T-Online Classic". Nachdem 1998 der Telefonmarkt in Deutschland für private Anbieter geöffnet wurde, sanken dann auch die Kosten für das Surfen im Internet. T-Online fand in Deutschland damit immer größere Verbreitung und konnte sich als Marktführer etablieren: Die inzwischen eigenständige T-Online International AG ist im April 2000 mit knapp fünf Millionen Kunden der größte Online-Dienst in Europa. Damit rangiert die Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom mit deutlichem Abstand vor AOL Europe auf Platz eins. Die europäische Niederlassung des weltgrößten Onlinedienstes AOL kommt auf 1,5 Millionen Kunden.

Ein Teil des Erfolgs des alten BTX-Dienstes bzw. "T-Online Classic" beruhte auch auf dem Inkasso kostenpflichtiger Dienste. Damit war es Ende 1999 vorbei. Die Anbieter, die sich ihre Leistungen per "Mikropayment" via T-Online-Rechnung bezahlen ließen, waren wie vom Donner gerührt, denn dass das Aus so schnell kommen würde, damit hatten sie nicht gerechnet. Den T-Online-Classic-Anbietern mit Inkasso wurde diese Entscheidung per Einschreiben mit Rückschein mitgeteilt. In dem Brief hieß es: "Eine einwandfreie Funktionsfähigkeit des Microbillings ist im Zusammenhang mit der technischen Weiterentwicklung von T-Online mittelfristig nicht mehr gegeben und kann von uns über das Jahr 1999 hinaus nicht mehr garantiert werden." Damit endet eine Online-Aera, die immerhin 18 Jahre gedauert hat.

Auch die zweite BTX-Domäne - das 'Homebanking ' - läßt sich im 21. Jahrhundert durch Java-Applets oder Standards wie HBCI über das Internet praktisch genauso komfortabel abwickeln. Dementsprechend zieht T-Online einen Schlussstrich: Ende 2001 ist Schluss mit BTX alias T-Online Classic: Noch bis zum 31.12.2001 kann man auf die T-Online Classic-Dienste zugreifen, danach bietet T-Online nur noch den reinen Zugang ins Internet. Wer auf BTX angewiesen ist, sollte sich besser früher als später nach Alternativen bei seiner Bank umsehen und sein "BTX-Terminal" aufrüsten: In vielen Firmen dürften noch immer Uralt-Computer als Homebanking-Terminals dienen, die dann als Internet-Rechner maßlos veraltet sein dürften. Denn einen Vorteil hatte BTX: Dieser Standard funktionierte seit Jahren ohne den Zwang, alle paar Monate auf eine aktuelle Version aufrüsten zu müssen - anders als bei heutigen Internet-Rechnern.
übrigens: BTX ist / war der älteste kommerzielle Onlinedienst der Welt

siehe "T-Online Classic" als ein Teil von T-Online BTX-Software für den Mac : SoftBTX 2.6 (T-Online, BTX)


Bildschirmtext (kurz Btx oder BTX; in der Schweiz Videotex) war ein interaktiver Onlinedienst. Er kombinierte Funktionen des Telefons und des Fernsehgeräts zu einem Kommunikationsmittel.

BTX wurde in Österreich im Juni 1982 eingeführt, in der Bundesrepublik Deutschland ab dem 1. September 1983 bundesweit. Durch die Konkurrenz des offenen Internets verlor Bildschirmtext seine Bedeutung später wieder. Inzwischen wurde der Dienst in allen Ländern eingestellt, in Deutschland 2007.

Es gab Verwechslungen mit dem Fernseh-Teletext, wozu auch beitrug, dass der Dienst in der Schweiz Videotex (ohne „t“ am Ende) hieß und damit eine Ähnlichkeit mit dem in Deutschland verwendeten Teletext-Synonym Videotext aufwies.

Deutschland

Vorgestellt wurde Btx 1977 vom damaligen Postminister Kurt Gscheidle auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin. Es war in Deutschland unter der Leitung von Eric Danke entwickelt worden, der später Vorstandsmitglied von T-Online wurde. Eric Danke war 1975 durch eine Fachveröffentlichung über Samuel Fedida und PRESTEL auf die ursprünglich britische Technologie aufmerksam geworden. Im Juni 1980 startete ein Feldversuch mit jeweils etwa 2.000 Teilnehmern in Düsseldorf mit Neuss und Berlin.[1] Am 18. März 1983 unterzeichneten die Regierungschefs der Länder in Bonn den Staatsvertrag über Bildschirmtext. Der Vertrag stellte es jedem Interessenten frei, unter Beachtung bestimmter Vorschriften als Anbieter von Bildschirmtext aufzutreten. Die Deutsche Bundespost startete 1983 einen interaktiven Online-Dienst, der anfangs ein spezielles Btx-Gerät erforderte. 1983 gab es neben der Btx-Leitzentrale in Ulm Btx-Vermittlungsstellen in Düsseldorf, Hamburg, Frankfurt am Main, München und Stuttgart. Geplant war der Ausbau auf 150 Btx-Vermittlungsstellen. Die erwarteten Nutzerzahlen wurden allerdings nie erreicht. So sollten es 1986 rund eine Million sein, tatsächlich waren es aber nur 60.000. Die Million wurde erst zehn Jahre später erreicht, nachdem Btx ab 1995 mit dem neuen T-Online-Angebot inklusive E-Mail und Internet-Zugang gekoppelt worden war. 1993 wurde Btx Bestandteil des neu geschaffenen Dienstes Datex-J. Am 31. Dezember 2001 wurde der ursprüngliche Btx-Dienst offiziell abgeschaltet. Eine reduzierte Variante für Online-Banking wurde bis zum 10. Mai 2007 betrieben.

Österreich

In Österreich gab es Btx seit Juni 1982. Die Eigenentwicklung MUPID, ein spezielles Terminal zur Nutzung der Btx-Dienste, wurde von der damaligen PTV selbst entwickelt und konnte von den Nutzern angemietet werden. Die Btx-Anschlusskosten betrugen im März 1984 rund 150 öS und die monatliche Grundgebühr lag bei 70 öS. Der Dienst wurde Ende November 2001 eingestellt.

Schweiz

Der Dienst wurde in der Schweiz als Videotex (ohne t am Ende) bezeichnet. Von der damaligen PTT in den 1980er Jahren gestartet, wurde er ab 1995 von SwissOnline betrieben. Am 30. September 2000 wurde Videotex eingestellt.

Weitere Länder

Die Basis für den BTX-Standard legte das britische Prestel, welches in erweiterter Form unter dem Namen Prestel Plus in Schweden und als weltweit erfolgreichstes System Minitel in Frankreich verbreitet war.

In Dänemark gab es die Bezeichnung Teledata, in Italien Videotel und in den Niederlanden Viditel. In Spanien hieß das auf BTX basierende System Ibertex.

Permanenter Link T-Online (BTX) - Änderungsdatum 2021-04-12 - Erstellungsdatum 2019-12-23


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